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Ionescu gelingt furiose Aufholjagd

14.01.2021 | Von: Thomas Stecher & Christian Habel (Fotos)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Die Herren des Post SV Mühlhausen schaffen eine echte Überraschung: Im Hinrunden-Nachholer besiegt die Schreyer-Truppe die TTF „Liebherr“ Ochsenhausen mit 3:2. Am Freitagabend erwarten die Müntzerstädter den TTC Neu-Ulm

Mühlhausen. In einer Partie der Tischtennis-Bundesliga (TTBL), die keine Verlierer verdient hatte, setzten sich die Herren des Post SV Mühlhausen am eigenen Center Court knapp mit 3:2 gegen die favorisierten TTF Ochsenhausen durch. Der Nachholer aus der Hinrunde stand in jeder Phase auf des Messers Schneide – ein Grund dafür: die bravouröse, kämpferische Vorstellung der Hausherren. Bis in die Haarspitzen motiviert, wurde dem mit Weltklasse-Akteuren bestückten Vize-Pokalsieger von Beginn an Paroli geboten. „Wir hatten im Vorfeld einige Gespräche mit unserer Mannschaft, haben uns eingeschworen. Das war eine Top-Reaktion von allen Fünf“, lobte Post-Präsident Thomas Baier.

Die Ouvertüre am Kristanplatz spielte ein vorzüglich aufgelegter Mühlhäuser Kapitän Daniel Habesohn gegen den jungen US-Amerikaner Kanak Jha, seines Zeichens die Nummer 28 der Qualifikationsrangliste für die Olympischen Spiele. Zunächst war der Österreicher in Rückstand geraten, doch ab Mitte des ersten Satzes hatte er das Geschehen recht fest im Griff (3:0/11:8,11:6, 15:13). Was folgte, war ein Duell für die Geschichtsbücher, obgleich vor allem der Ochsenhäuser Simon Gauzy in diesem Kapitel gewiss nicht allzu gern wird lesen wollen. Der Franzose, zu einem Anführer gereift und mit einer 15:3-Einzelbilanz angereist, spielte Ovidiu Ionescu bis zum 2:0 (11:4, 11:6) und 7:3 an die Wand. Doch Gauzy riskierte bei seinem eigenen Aufschlag wohl zu viel – der Ball verfehlte die Tischkante um Millimeter. Das war das geheime Signal zu einer unglaublichen Aufholjagd des Postlers. Aus dem Nichts traf Ionescu seine gefürchteten Vorhände; auch der Rückschlag und die Rückhand liefen plötzlich. Gauzy wusste nicht, wie ihm geschehen sollte; bis Ionescu das Match beendet hatte, schien ein surrealer Film zu laufen (11:8, 11:2, 11:6). Mühlhausen führte 2:0; der Tabellenzweite der TTBL taumelte.

Doch geschlagen waren die TTF noch lange nicht. Hugo Calderano, der Brasilianer ist an Position sechs der Tischtennis-Welt gelistet, hatte gegen Steffen Mengel ein ordentliches Stück Arbeit zu verrichten, tat das aber in überzeugender Art und Weise (3:0). Damit waren die Gäste zurück im Geschäft, zumal Simon Gauzy seine Auftaktniederlage recht zügig verarbeitet hatte. Er und Daniel Habesohn lieferten sich eines der besten Spiele der bisherigen Saison – Qualität und Intensität waren kaum zu überbieten. Beim 9:6 im fünften Durchgang hatte man Habesohn bereits auf der Siegerstraße sehen können, doch der Franzose zeigte sich nervenstark und gewann mit 11:9.

Beim Gesamtstand von 2:2 musste das Doppel über die Vergabe der Punkte entscheiden. Und, dieser Begegnung naturgemäß, entwickelte sich eine hochklassige Tischtennis-Schlacht. Das Post-Duo Ovidiu Ionescu/Lubomir Jancarik ging gegen die Kombination Hugo Calderano/Samuel Kulczycki mit 2:0 in Front (11:8, 12:10), bevor der veranlagte Pole einerseits die „Bremse löste“, sich andererseits Calderano in einen Rausch spielte. Der Brasilianer traf zwei Sätze nahezu jede knallharte Vorhand und brillierte mehrfach mit seiner beidhändigen Rückhand (9:11, 4:11). Doch der fünfte Durchgang gehörte wieder den mutigen Postlern, wobei eine hohe Führung von 7:1 arg ins Wanken geraten war (11:7).

„Das war von beiden Mannschaften ein unglaubliches Spiel. Da werden die Superlative knapp. Wir sind sehr glücklich, die Zähler eingefahren zu haben. Uns ist da ein echter Coup gelungen“, erklärte Post-Trainer Erik Schreyer. Nach einer kurzen Phase der Regeneration haben die Mühlhäuser bereits am Freitag, 19 Uhr, mit dem TTC Neu-Ulm den nächsten „Brocken“ vor der Brust.

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