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Erik Schreyer: „Wir müssen unsere Talente weiter fordern und fördern“

15.12.2020 | Von: Thomas Stecher & Christian Habel (Fotos)
Kategorie: Verein

Tischtennis-Erstligist Post SV Mühlhausen zieht beim bisherigen Abschneiden im Amateurbereich ein gutes Fazit. Verantwortliche fürchten aber bleibende Schäden in der Nachwuchsarbeit

Mühlhausen. Der Amateur- und Nachwuchssport in Deutschland ist zum zweiten Mal in diesem Jahr im Prinzip gänzlich zum Erliegen gekommen. Während die Profis, unter strengen Hygieneauflagen zumindest (noch) ihrem Beruf nachgehen dürfen, sind die Plätze und Hallen vielerorts gesperrt. Dahingehend nimmt der Thüringer Tischtennis-Verband (TTTV) keine Ausnahmestellung ein. Seit spätestens 2. November ist der Wettkampf- und Punktspielbetrieb ausgesetzt; bis wenigstens Mitte Januar ist von der Thüringenliga bis hin zur Kreisliga keine wirkliche Entspannung in Sicht. In den Bundesspielklassen, von der Oberliga aufwärts, wird mit einem Wiederbeginn nicht vor Anfang Februar gerechnet. In eine entsprechende Richtung gehen dieser Tage auch die Planungen für die vielen Individualwettbewerbe. Wenigstens für diejenigen, die nachgeholt werden sollen. Ersatzlos gestrichen sind bereits die Nordthüringer Meisterschaften der Damen und Herren (Mühlhausen) sowie die der Klassen Ü40+ (Bad Langensalza). Die gewiss nicht leichte Entscheidung war für den Sportausschuss des TTTV unabänderlich – schon in Ermangelung von verfügbaren Hallen.

Entschieden ist ebenfalls schon, und das von der 2. Bundesliga abwärts, dass die Saison 2020/21 quasi halbiert wird. In der verbleibenden Spielzeit werden lediglich die noch offenen Partien der Hinrunde zur Austragung kommen; die einfache Tabelle ist bindend und reguliert unter anderem Fragen des Auf- und des Abstiegs. „Können die verbliebenen Begegnungen der ersten Halbserie nicht vollständig gespielt werden, droht im schlimmsten Fall sogar eine Annullierung der Saison. Doch wir wollen die Flinte noch nicht ins Korn werfen, schließlich haben wir bis April Zeit“, erklärt Jens Nölker, Sportwart im Tischtennis-Bezirk Nord.

Abgesehen von dem schweren Schlag des erneut mindestens bis in den Januar hinein ruhenden Trainings- und Wettkampfbetriebes und unabhängig von der Profi-Mannschaft in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL, aktuell Platz acht) sowie in der Champions League (TTCLM, bereits in der Gruppenphase ausgeschieden) kann der Post SV eine ordentliche Zwischenbilanz ziehen. Das junge Mühlhäuser Damen-Team hat sich rasch und gut in der Oberliga (Mitte) eingewöhnt und gegen den TTC Halle sogar schon den ersten Sieg (7:5) eingefahren. In den Duellen mit dem SV Turbo Dessau (4:8) und dem TTC Elbe Dresden (5:7) war jeweils ein Punktgewinn greifbar. Lediglich zum Saison-Auftakt gegen den SV Dresden-Mitte hatten die Postlerinnen, die von Reinhard Köneke, Michael Günzel und Matthias Windloff betreut werden, noch einiges an Lehrgeld zahlen müssen (3:9). Im neuen Jahr stehen noch die Heimvergleiche mit der Reserve von Rapid Chemnitz und dem TSV Graupa sowie die Auswärtsaufgabe bei Lok Zwickau auf dem Plan. Die Neuansetzung soll bis Anfang Januar abgeschlossen sein, heißt es von Seiten der Staffelleitung. Der Klassenerhalt bleibt das erklärte Ziel und sollte bei der Spielstärke von Denise Husung, Hannah und Heidi Hildebrand, Lena-Marie Starkloff sowie Merle Johanna Langner absolut im Rahmen des Möglichen liegen.

Für die Bundesliga-Reserve der Mühlhäuser Herren steht indes – laut Aussage von Spielertrainer Erik Schreyer – nur die Thüringer Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga zur Debatte. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, den wir gehen wollen und müssen. Es ist unser Plan, Talente wie Fabian Günzel und Vincent Kazuch weiter zu fordern und zu fördern“, macht Schreyer, in der Thüringenliga unangefochten bester Spieler, deutlich. Die Zahlen jedenfalls sehen vielversprechend aus. Mit 10:0-Punkten liegt die Mannschaft auf dem ersten Tabellenplatz, hat aber die Duelle mit den direkten Verfolgern, Tabarzer SV und TTV Bleicherode, noch vor sich. Die Favoritenrolle ist dennoch klar verteilt, zumal mit Sommer-Neuzugang Daniel Tihi ein wahrer Glücksgriff gelungen ist. Der 18-jährige Rumäne kann auf eine makellose 7:0-Einzelbilanz verweisen.

Ebenfalls noch nicht aus dem Rennen um die Meisterschaft sind die dritte (1. Bezirksliga) und vierte (2. Bezirksliga) Vertretung des Post SV. Beide nehmen aussichtsreiche Verfolgerpositionen ein und haben durchaus noch Luft nach oben. Das kann man von Post 5 in der Kreisoberliga Unstrut-Hainich nicht unbedingt behaupten. Die neu formierte Truppe mit Stephan Altrichter, Christian Sippel, Georg Bratfisch und Kapitän Matthias Stöber hat bisher eine nahezu perfekte Spielzeit absolviert (12:0-Punkte bei 48:7-Spielen) – der Titel wird nur über die Mannen vom Kristanplatz gehen. Äquivalent ist die Sachlage eine Etage tiefer: In der 1. Tischtennis-Kreisliga (Nord) grüßt die sechste Mühlhäuser Mannschaft um Uwe König und Max Bodewald mit einigem Abstand von Rang eins; die Siebente befindet sich als Staffelkonkurrent derweil in ruhigen Mittelfeld-Fahrwassern.

Bestens positioniert ist auch die Post-Jugend, die in der Bezirksliga (Nord) eine – fast schon gewohnt – dominante Rolle einnimmt. Auch über die drei Schüler-Teams (Kreisliga) kann Chef-Trainer Erik Schreyer durchweg Gutes berichten, allerdings hat er, was den Nachwuchs angeht, doch ein paar Sorgenfalten auf der Stirn. „Das tägliche Training und die Praxis in den Wettkämpfen fehlen im Moment allen Sportlerinnen und Sportlern im Amateurbereich. Wir müssen aufpassen, dass gerade im Nachwuchs kein ganz großer Flurschaden entsteht und die Kinder den Vereinen treu bleiben. In der Champions League haben wir gerade erst gesehen, dass uns viele Nachbarländer im Sport nicht nur eingeholt, sondern schon überholt haben“, zeigt sich Schreyer besorgt. Beim polnischen Gruppengegner der Postler, bei Bogoria, agiert ein gerade erst 14-Jähriger auf der internationalen Bühne schon als Stammkraft; SPG Walter Wels hatte notgedrungen auf den Nachwuchs gesetzt, und der enttäuschte keineswegs.

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