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Trainer Erik Schreyer: „Zahlen lügen nicht!“

20.03.2020 | Von: Thomas Stecher
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Tischtennis-Erstligist Post SV Mühlhausen beendet die Saison auf Platz fünf – das bisher beste Resultat seit dem Aufstieg 2013. Alle vier Spieler mit guten Bilanzen

Mühlhausen. „Zahlen lügen nicht. Ich weiß, dafür muss man für den guten Zweck einen Schein in das Phrasenschwein stecken, aber das mache ich sehr gern. Denn in unserem Fall passt diese Aussage einfach perfekt“, sagt Erik Schreyer ein wenig verschmitzt. Der Chef-Trainer von Erstligist Post SV Mühlhausen und seine vier Spieler hatten die reguläre Saison 2019/20 in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) auf dem fünften Platz beendet. Aufgrund der nach wie vor anhaltenden Ausbreitung der Covid-19-Pandemie hatte die TTBL den noch offenen 22. und somit letzten Spieltag ersatzlos gestrichen und die Hauptrunde vorzeitig beendet. Die Mühlhäuser hätten – wären nicht die außergewöhnlichen gesundheitlichen Umstände eingetreten – ihre nunmehr siebente Serie im nationalen Oberhaus am 22. März beim Deutschen Meister, bei den TTF Ochsenhausen, beendet. „Die Entscheidung der Verantwortlichen war die einzig richtige. Schließlich geht es in diesen Tagen und Wochen allein um das Wohl der Menschen“, stellt Schreyer klar.

An den Zahlen, die am Ende einer Saison eben nicht lügen, hätte die Partie in Ochsenhausen – unabhängig von ihrem Ausgang – ohnehin nicht mehr viel geändert. Der fünfte Platz, der beste in der bisherigen Vereinsgeschichte, hatte seit dem 3:2-Heimspielerfolg über den TTC Bergneustadt festgestanden. Das Konto des Post SV wurde bei 26:16-Punkten und einem Plus von 11 Spielen eingefroren. Glanzstück auf dem Weg dahin war zweifelsohne die Rückserie: Mit einem starken 16:4 (+12) waren die Postler im Prinzip auf Augenhöhe mit den punktgleichen Top-Teams von Borussia Düsseldorf (+16) und vom 1. FC Saarbrücken TT (+14). „Die zweite Saisonhälfte, die mit dem Sieg über Düsseldorf schon Anfang Dezember eingeläutet worden war, ist für uns natürlich einfach nur sensationell gelaufen“, meint Erik Schreyer. Und hat gleich die entsprechende Analyse dafür parat. „Wir haben aus der Vergangenheit viel gelernt. In der letzten Spielzeit waren wir Vize-Herbstmeister, dann ist uns ein wenig die Luft ausgegangen. Obwohl wir nun das gleiche Pensum hatten, konnten meine Jungs sogar noch die eine oder andere Schippe obenauf legen“, erklärt Mitteldeutschlands Trainer des Jahres 2019. Dass Schreyer selbst einen großen Anteil daran hat, lässt er selbst unerwähnt. Allerdings darf die fast permanent zu verspürende Frische seiner Mannschaft auch auf sein ausgeklügeltes Rotationsprinzip zurückgeführt werden.

„Natürlich waren die Wechselmöglichkeiten ein Grund. Vor allem, weil wir in Folge dessen in der Aufstellung ziemlich unberechenbar waren und unsere Gegner ein paar Mal auf dem falschen Fuß erwischt haben“, analysiert der 31-jährige Mühlhäuser Trainer. „Was ich noch ausmachen konnte: Wir haben Rückschläge und Niederlagen rascher akzeptiert und somit auch schneller verdaut. Das war nicht immer so. Gerade Rückschläge in der Champions League oder im Pokal hatten immer mal wieder negative Auswirkungen auf mehrere Partien in der Liga. Das konnten wir ab Anfang Dezember 2019 im Prinzip gänzlich abstellen“, erläutert Schreyer.

Schaut man sich die Resultate gegen die einzelnen Konkurrenten an, ist vor allem eines signifikant: Die 16 Minuspunkte des Post SV resultieren in der überwiegenden Zahl der Fälle aus Pleiten gegen die vier Top-Teams der TTBL. Allein gegen den Primus nach Abschluss der regulären Serie, den 1. FC Saarbrücken TT, gab es zwei Niederlagen (2:3/1:3). Außerdem wurde einmal gegen Düsseldorf mit Timo Boll (1:3), einmal gegen Ochsenhausen (0:3/das zweite Duell hätte am 22. Spieltag stattgefunden) und einmal gegen den SV Werder Bremen (0:3) verloren – zehn Minuspunkte.

Dafür wurden – jeweils die Rückspiele am heimischen Kristanplatz – gegen Rekordmeister Düsseldorf (3:2) und Bremen (3:0) gewonnen. Die übrigen Verlustpunkte setzte es beim TTC Bergneustadt und beim TSV Bad Königshofen (jeweils 0:3) sowie daheim gegen den ASV Grünwettersbach (1:3). Die Vergleiche mit dem guten Liga-Neuling TTC Neu-Ulm (3:1 und 3:2), mit dem TTC Fulda-Maberzell (3:1 und 3:0), dem TTC Grenzau (3:0/3:1) und dem TTC Jülich (3:0/3:0), der in jedem Fall in die 2. Bundesliga absteigen wird, wurden alle gewonnen. Hinzu gesellen sich noch die Heimsiege gegen Bad Königshofen (3:0) und Bergneustadt (3:2) und der glatte 3:0-Erfolg in Grünwettersbach.

Positiv dürften Mühlhausens Trainer Erik Schreyer gewiss auch die Einzel- und die Doppelbilanz freuen. Nur er selbst steht mit 0:1 negativ; er hatte in Saarbrücken notgedrungen aushelfen und sich in Shang Kun einem der herausragenden Akteure dieser TTBL-Runde beugen müssen. Kapitän Daniel Habesohn (13:10), Steffen Mengel (10:7) und Ovidiu Ionescu (11:7) weisen positive Bilanzen vor, Lubomir Jancarik mit 7:7 eine ausgeglichene. Außerdem spielte der Tscheche an der Seite von Ionescu ein mehr als solides Doppel (3:1). „An den Bilanzen lässt sich erkennen, dass wir vier gleichstarke Spieler, keine klassische Nummer eins haben. Das war natürlich kein Nachteil, denn wir waren unabhängiger von Verletzungen und von den normalen Formschwankungen“, so Schreyer.

„Ich bin allerdings nicht nur stolz auf meine Jungs. Ich kann im Namen der Mannschaft auch riesengroße Komplimente verteilen: an den gesamten Verein und den Vorstand, an die vielen Helferinnen und Helfer sowie an unsere einmaligen Fans. Ich betone es sehr oft, aber man kann es einfach nicht häufig genug sagen: Ohne unsere fantastischen Zuschauer wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen“, betont Erik Schreyer.

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