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Rauschende Tischtennis-Nacht am Kristanplatz

05.12.2019 | Von: Maria Stecher // Fotos: Maria Stecher
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Erstmals überhaupt in ihrer Tischtennis-Bundesliga-Geschichte besiegen die Herren des Post SV Mühlhausen Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Das knappe 3:2 ist nach über dreieinhalb Stunden unter Dach und Fach. Ovidiu Ionescu und Lubomir Jancarik avancieren zu Helden

Mühlhausen. Der Post SV kann seiner nun fast 70 Jahre alten Historie ein weiteres Erfolgskapitel hinzufügen. An einem denkwürdigen Tischtennis-Abend am heimischen Kristanplatz haben die Mühlhäuser Erstliga-Herren erstmalig den nationalen Branchenriesen und Rekordmeister Borussia Düsseldorf bezwungen. Nach über dreieinhalbstündigem Kampf, in dem die Hausherren vor 426 enthusiastischen Fans über weite Strecken das deutlich bessere Team gestellt hatten, stand ein viel umjubelter und letztlich verdienter 3:2-Sieg an der Anzeigetafel. Mannschaft und Trainer fielen sich in die Arme, tanzten ausgelassen. „Wir waren so oft dicht davor, die Borussia zu schlagen. Und auch in diesem Spiel hatten wir jede Menge Chancen, den Ausgang klarer zu gestalten und uns beim 2:2 das entscheidende, immer nervenaufreibende Doppel zu ersparen. Doch so lässt sich der Triumph noch ein wenig mehr genießen. Wobei ich sicherlich mindestens eine Nacht darüber schlafen muss, um das Erlebte zu verarbeiten“, erklärte ein hoch zufriedener Post-Präsident Thomas Baier.

Helden gab es in dieser dramatischen und stellenweise hochklassigen Begegnung gleich mehrere – tragische, wie glückliche. Zur ersten Fraktion muss eindeutig Mühlhausens Steffen Mengel gezählt werden. Coach Erik Schreyer, der aufgrund von internationalen Verpflichtungen auf Daniel Habesohn hatte verzichten müssen, hatte den Hünen nach seiner überstandenen Verletzung und glänzenden Trainingseinheiten an Position eins aufgestellt – und er schien das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Im Duell mit dem bärenstarken Schweden Kristian Karlsson, immerhin die 24 der Dezember-Weltrangliste, stibitzte Mengel den ersten Durchgang, geriet dann mit 1:2 in Rückstand, um sich bravourös zurück zu kämpfen. Im fünften Satz aber wehrte Karlsson gleich drei Matchbälle ab, setzte sich mit dem nötigen Quäntchen Glück noch mit 15:13 durch und brachte die auch ohne Superstar Timo Boll favorisierten Gäste mit 1:0 in Front.

Es blieb zu befürchten, dass das Spiel nun den gewohnten Verlauf zugunsten der Borussen nehmen würde. Allerdings wurde diese Rechnung ohne einen überragend aufgelegten Lubomir Jancarik aufgestellt. Der Tscheche bekam es mit dem äußerst veranlagten Anton Källberg zu tun und wurde seinem guten Ruf als Großschreck der gegnerischen „Einser“ einmal mehr vollauf gerecht. Jancarik lieferte eine fast fehlerfreie Performance ab und brachte den jungen Schweden immer wieder zur Verzweiflung – das glatte 3:0 in Sätzen sorgte nicht allein für das 1:1, auch war der Mühlhäuser Anhang nun in Hochstimmung.
Und das übertrug sich nach der Pause auf Ovidiu Ionescu. Der Rumäne überrollte die Nummer 28 der Welt im ersten Satz förmlich (11:3), schien jedoch erneut auf die schiefe Bahn zu geraten – die Durchgänge zwei und drei gingen an den Ägypter (11:6, 11:9). Das beeindruckte in diesem Fall Ionescu nicht. Er biss sich taktisch klug zurück in das Match und überwand sogar die kleineren Schwächen auf der Rückhandseite, die ihn von Zeit zu Zeit zu befallen scheinen. Der Jubelschrei nach verwandeltem Matchball wirkte wie eine Generalbefreiung (11:5, 11:7).

Als im Anschluss Steffen Mengel, ob seiner zuvor vergebenen Chancen, mit einer gesunden Portion Wut im Bauch gegen Anton Källberg an den Tisch gegangen war und gleich ein 11:5 angeboten hatte, schien der Post-Express auf die Siegerstraße in Richtung kollektiver Party eingebogen zu sein. Doch Källberg antwortete eiskalt und mit einer gesunden Portion Glück (11:6, 13:11 und 11:4).
So musste das ungeliebte Entscheidungsdoppel herhalten – häufig mehr Sportlotterie als taktisches oder gar spielerisches Glanzstück. Anders auf dem dramaturgischen Zenit dieses heißen Duells. Ovidiu Ionescu und Lubomir Jancarik boten gegen Omar Assar und Kristian Karlsson eine in allen Belangen exzellente Vorstellung, setzten sich mit 3:1 durch und ließen die Halle am Kristanplatz zum wahren Tollhaus werden.

Intensiv geht es auch in den kommenden Tagen weiter für die Mühlhäuser Herren. Nach dem Champions-League-Duell mit den Spaniern aus Leka Enea (Donnerstag, 19 Uhr), wartet am Samstag, ebenfalls 19 Uhr, das dritte Heimspiel binnen fünf Tagen auf die Postler – der TTC Neu-Ulm wird seine Premiere in Thüringen geben. Tickets sind an der Abendkasse erhältlich.

Post SV Mühlhausen - Borussia Düsseldorf 3:2

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