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Zwölf Bälle fehlen zur Sensation

09.02.2019 | Von: Thomas Rudolph (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Tischtennis-Erstligist Post Mühlhausen scheidet in der Champions League trotz eines 3:2 in Jekaterinburg aus, zieht aber ein positives Fazit

Jekaterinburg. Auf einmal ging das große Rechnen los. Lubomir Jancarik hatte im Abschlusseinzel Andrej Gacina 3:0 geschlagen und somit den Zeiger auf Null gestellt. Sowohl Mühlhausen als auch Jekaterinburg hatten je ein Duell mit 3:2 gewonnen, dazu ein Satzverhältnis von plus drei erzielt. Also mussten die gespielten Bälle! nachgezählt werden. Zwölf davon fehlten den Postlern, um die Sensation zu packen und doch noch ins Halbfinale der Champions League einzuziehen.

Die große Enttäuschung stand den Mühlhäusern ins Gesicht geschrieben. Episch hatten sie gekämpft, waren nach zwei Siegen von Daniel Habesohn und Ovidiu Ionescu sogar mit 2:1 in Führung gegangen und auf der Siegstraße, als Habesohn gegen Jekaterinburgs Chinese Fang Bo mit 2:1-Sätzen führte und bei 9:9 eigenen Aufschlag besaß. Gute Voraussetzungen, um zum Matchball zu kommen, doch entschied Bo mit einem Glücks-Netzroller den Ballwechsel zu seinen Gunsten und gewann schließlich nicht nur den Satz mit 11:9, sondern auch das gesamte Duell noch 3:2.

Mit einem Tag Abstand dürfte bei den Verantwortlichen aber wieder die Freude über das Erreichte überwiegen. Denn neben der sportlich ansprechenden Leistung – gleich im Premierenjahr schaffte der Verein aus dem Unstrut-Hainich-Kreis den Sprung in die K.o.-Phase – schlossen die Postler das Abenteuer Europa finanziell mit einer schwarzen Null ab.

Auch wenn es komisch klingt: einfach zu erreichen war dies nicht. Denn im Gegensatz zum Fußball, wo im europäischen Vergleich Millionen im Spiel sind, stattete die Europäische Tischtennis-Union (ETTU) ihre Königsklasse mit einem Gesamtetat von 40.000 Euro aus. 250 Euro erhielt Post pro Sieg in der Gruppenphase (insgesamt 750 Euro), hinzu kamen 1000 Euro für das Viertelfinale.

Kleine Summen selbst für den Tischtennis-Sport, denn die Vereine mussten sich untereinander noch über die Kosten für die jeweiligen Heimspiele einigen. So bezahlte Mühlhausen die Unterkünfte für Hennebont und Eslövs, die deren Kosten in der Fremde übernahmen. Orenburg und Jekaterinburg zahlten die Übernachtung in Thüringen selbst, dafür kam Post für die Ausgaben in Russland auf.

Verlassen konnten sich die  Mühlhäuser zudem auf die Anhängerschaft. Alle vier Heimspiele waren ausverkauft und spülten insgesamt einen fünfstelligen Betrag in die Kasse; außerdem öffneten einige Sponsoren die Geldbörse, um das Unternehmen Champions League zu unterstützen. „Unsere Premierensaison  können wir als großen Erfolg werten. Wir haben uns in einer unangenehmen Gruppe gut durchgesetzt und uns auch gegen Jekaterinburg ordentlich aus der Affäre gezogen. Wir freuen uns, dass unser kleiner Verein dadurch auch über Thüringen hinaus medial noch bekannter wurde“, sagt Manager Thomas Stecher stolz.

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