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Tischtennis-Bundesliga verliert Hagen und sucht nach Lösungen

04.05.2016 | Von: Thomas Stecher (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Nationales Oberhaus in der Saison 2016/17 wohl nur mit neun Mannschaften. Zweitligisten hadern mit hohen Kosten

Fulda. Und da waren es nur noch neun Vereine – der TTC Hagen hat sich bereits letzte Woche offiziell aus dem aktuell laufenden Lizenzverfahren zur neuen Saison in der Tischtennis-Bundesliga, der TTBL, zurückgezogen. Die Hagener, 2013 mit dem Post SV Mühlhausen ins nationale Oberhaus aufgestiegen, ziehen damit die Konsequenzen aus der latenten Finanzierungskrise sowie der sportlichen Karussellfahrten inklusive zahlloser Spieler-Ab- und Zugängen in den letzten beiden Wechselperioden.

„Schweren Herzens“ kommentierte TTC-Manager Horst Bartelmeß diese Entscheidung gegenüber der TTBL. Als Gründe führt der Vereinsvertreter die „mangelnde finanzielle Unterstützung von lokalen Sponsoren“ an. Die Sponsoren „konzentrieren sich derzeit beinah ausschließlich auf die Rettung von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen“, ließ Bartelmeß in der Pressemitteilung wissen.

Nico Stehle, der Geschäftsführer der TTBL mit Sitz in Fulda, bedauert den Entschluss: „Der TTC Hagen hat drei Jahre die Bundesliga bereichert und tollen Tischtennissport geboten. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit und wünschen dem Verein für die zukünftige Ausrichtung und den Neu-Start alles Gute.“

Über die Folgen für die 1. Liga und über etwaige Maßnahmen, war bisher noch nichts zu lesen. Möglicherweise hoffen die Verantwortlichen auf ein spontanes Aufspringen eines Zweitligisten auf den stockenden TTBL-Zug.

Post-Präsident hofft auf spontanen Nachrücker

Zum Ablauf der amtlichen Frist für die Einleitung das Lizenzverfahren war kein Club der eingleisigen 2. Bundesliga dazu bereit. Zu groß sei die finanzielle Belastung, zu gewaltig die sportliche Kluft zwischen Ober- und Unterhaus, lauteten die Begründungen der potenziellen Kandidaten. Daran habe die Aufwertung der in der letzten Serie gleichsam stark besetzten wie beliebten 2. Bundesliga nichts geändert, heißt es zwischen Passau und Herne.

Für den Fall, dass die TTBL in der Saison 2016/17 wirklich nur mit neun Mannschaften aufschlagen wird, sind die Auswirkungen in diesen Tagen nur sehr schwer abzuschätzen. „Optimal wäre das natürlich nicht. Die Liga ist schon mit den etatmäßigen zehn Teams recht übersichtlich besetzt. Bloß zu neunt, droht die Außenwirkung zu einer Farce zu werden“, findet Thomas Baier, Präsident von Erstligist Post SV Mühlhausen.

Den Postlern, die sich mit dem österreichischen Nationalspieler Daniel Habesohn verstärkt haben, würde ein Heimspiel am Kristanplatz fehlen. „Vielleicht findet sich in den nächsten Tagen noch eine Lösung, die einem größeren Renommeeverlust entgegenwirken kann. Wir wollen lieber in einer Zehnerstaffel spielen“, hofft Baier, der sogar für die Aufstockung plädiert. „Zwölf Mannschaften in der 1. Bundesliga wären wünschenswert. Jedoch verstehe ich auch jeden Zweitliga-Club, der nicht hoch will. Schließlich wissen wir in Mühlhausen nur zu genau, was ein Verein zu meistern hat, wenn er sich für einen Aufstieg entscheidet.“

Dem vierten Jahr in der TTBL sieht Baier derweil äußerst positiv entgegen: „Wir haben uns ordentlich verstärkt und wollen weiter angreifen. Auch die neue Lizenz werden wir wohl ohne Auflagen zugesprochen bekommen“, erklärt der Macher des Post SV.

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