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Kompliment aus berufenem Mund und ungewöhnliches Hilfsangebot

02.01.2014 | Von: Thomas Stecher (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren, Verein

Tischtennis-Erstligist Post SV Mühlhausen sammelt beim Pokalfinale in Stuttgart einige vollkommen neue Erfahrungen

Stuttgart. Das größte Kompliment bekamen die Mühlhäuser Tischtennis-Spieler aus dem Mund des Meisters persönlich: "Wir mussten eine der besten Saisonleistungen abrufen, um derart klar zu gewinnen", sagte Timo Boll auf der Pressekonferenz in der Stuttgarter Porsche-Arena. Seine Düsseldorfer Borussia hatte wenige Minuten zuvor den Post SV aus dem Finalturnier der deutschen Pokal-meisterschaften geworfen.

Die nackten Zahlen – 3:0 in Punkten und 9:0 nach Sätzen im Viertelfinale für den nationalen Branchenführer – wollten eigentlich nicht so wirklich zu den Worten Timo Bolls passen. Eher dokumentierten sie eine totale Überlegenheit, zeugten von ei-nem Spaziergang der Borussen in die Vorschlussrunde.

Doch Boll, ein Vorzeigesportler in Sieg und Niederlage, meinte seine Aussage dem Außenseiter gegenüber weder ironisch noch despektierlich. Vielmehr vergegenwärtigte sich der Ausnahmekönner, wie schnell auch ein scheinbar überlegen geführtes Duell kippen kann.

Das bestätigte auch Bolls Teamkamerad Patrick Baum. Seit Wochen nicht in Topform, hatte er im ersten Spiel gegen Bohumil Vozicky das nötige Glück, dass der Tscheche in Diensten der Thüringer den einen Satzball nicht zu nutzen wusste. Das mögliche 1:1 in den Sätzen im ersten Einzel hätte ein Knackpunkt sein können. Denn wie mental angeschlagen Baum im Moment ist, zeigte sich im weiteren Turnierverlauf.

Gegen Mühlhausen brannte aber nichts mehr an, die Mannschaft von Alexander Schieke durfte sich – nicht unzufrieden – aus dem Stuttgarter Oval verabschieden und die Bühne anderen freimachen. Vor allem Timo Boll. Ihm war es zu verdanken, dass der Titelverteidiger am Ende auch triumphierte.

Im Halbfinale wurde der TTC Grenzau 3:1 ausgeschaltet, das gleiche Resultat stand auch nach dem Endspiel über den TTC Fulda-Maberzell zu Buche. Jeweils zwei Zähler steuerte Boll bei, steigerte sich zusehends. Sehr zum Leidwesen des großen Anhangs aus Fulda, der Verstärkung aus dem Mühlhäuser Block erhielt. "Wir sehnen uns sehr nach dem ersten Titel. Für unsere Mannschaft, vor allem aber für unsere vielen Fans", hatte Claus-Dieter Schad, Vorstandsmitglied des TTC, im Vorfeld des Finales verlautbart.

Als Wang Xi im Auftaktmatch des Endspiels gegen Patrick Baum gewann (3:2) und Patrick Franziska gegen Timo Boll 1:0 in den Sätzen in Führung ging, schien das Tor weit offen. Doch vor allen Dingen Boll und der gut aufgelegte Inder Sharath Kamal Achanta hatten etwas dagegen – Düsseldorf drehte die Partie und reckte am Ende eines langen zweiten Wettkampftages den Pokal in die Höhe.

Da waren die Mühlhäuser Spieler, Matiss Burgis, Bohumil Vozicky und Michal Bardon, schon längst wieder auf dem Heimweg. Aber nicht, weil sich der Post SV die Übernachtungen im Hotel nicht leisten konnte. Ein derartiges Gerücht hatte ein besonders findiger Pressevertreter am Freitag, dem Anreisetag für die Mannschaften, ohne exakte Recherche in Umlauf gebracht. Grund dafür war, dass die Postler die Trainingszeiten in der Porsche-Arena nicht nutzten, unentdeckt blieben und sich am Abend vor dem Düsseldorf-Spiel lieber bei einem gemeinsamen Abendbrot stärkten.

Doch einmal in Umlauf, sorgte diese Behauptung nicht nur für einiges Unverständnis und später auch für den einen oder anderen herzhaften Lacher im Lager der Mühlhäuser. Ein Hotelbesitzer aus Stuttgart bot zudem umgehend per E-Mail seine Hilfe an. Falls sich der Post SV Mühlhausen auch in der nächsten Saison für das "Final 8" in der baden-württembergischen Metropole qualifizieren sollte, würde er gerne die Spieler beherbergen – kostenfrei. Vielleicht für ein paar Autogramme.

Fotostrecke Deutscher Tischtennis Pokal 2013/2014

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