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Verletzter Ex-Nationalspieler hilft in Mühlhausen als Co-Trainer

27.11.2013 | Von: Thomas Rudolph (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren, Lars Hielscher

Wegen Schulterproblemen ist Hoffnungsträger Hielscher beim Tischtennis-Bundesligisten zum Zuschauen verurteilt

Mühlhausen. Er hatte die schwerste Rolle von allen Post-Spielern inne. Während Matiss Burgis, Michal Bardon und Bohumil Vozicky beim direkten Konkurrenten Hagen um Punkte kämpften, saß Lars Hielscher neben Post-Cheftrainer Alexander Schieke und musste mit ansehen, wie das Duell hin und her wog. Der Neuzugang, wegen anhaltender Schmerzen in der Schulter schon seit fünf Wochen ohne Wettkampfpraxis, mimte aber nicht den stummen Zuschauer. Immer wieder gab er seinen Mitspielern Tipps; besonders Bardon, der nach der glatten Auftaktniederlage (0:3) auch im entscheidenden Spiel scheinbar aussichtslos 0:2 zurücklag.

"Wir haben ihm dann ein paar taktische Anweisungen und Hinweise gegeben. Er sollte wieder mehr mit seinen Rückhandaufschlägen agieren", sagte Hielscher. Die Tipps wirkten. Zur Verblüffung aller gewann der Slowake gegen den immer mehr mit seinen Nerven hadernden Japaner die Sätze drei und vier und ließ sich auch im finalen Durchgang von einem 1:5 nicht aus der Ruhe bringen. 11:6 endete der Satz für Bardon; und Post gewann das Duell in Hagen mit 3:2. Dadurch zogen sie am Gastgeber vorbei und stehen nun über dem Strich.

"Es war wichtig, dass wir auch einmal auswärts erfolgreich aufgetreten sind. Viele sagen, wir könnten nur daheim gewinnen", sagte Hielscher, der gezwungenermaßen statt als Spieler nun den "Co-Trainer" gibt. "Naja, ich will meine Rolle nicht überbewerten. Ich kenne die Liga und die Spieler zwar sehr gut, aber Alex macht schon einen tollen Job", bleibt er bescheiden.

Es ehrt den 34-jährigen Ex-Nationalspieler und früheren Vize-Europameister mit der Mannschaft (2002), der vor der Saison aus Herne kam, dass er sich trotz Verletzung sehr für seinen neuen Klub engagiert. Denn die jetzige Zeit ist für ihn alles andere als einfach. Mit großen Erwartungen gekommen, konnte er bisher nur im Pokal zwei Spiele gewinnen. Und seit fünf Wochen ist an Tischtennis überhaupt nicht mehr zu denken.

Grund hierfür ist ein Muskel in seiner Schulter, der auf einen Nerv drückt. "Immer wieder verspüre ich Schmerzen. Es ist auch anders als bei einem Muskelfaserriss, wo man weiß, dass es mit der Zeit besser wird. Ich kann leider keine Prognose abgeben, wann ich wieder einsteigen kann. Es ist eine schwere Zeit für mich", sagt er.

Wenn seine Trainingskollegen in Düsseldorf zum Tisch schreiten, geht Hielscher in den Kraftraum und lässt sich von Physiotherapeuten behandeln. Jeden Tag – mal geht es besser, mal wieder schlechter. Doch die Ungewissheit, wann er wieder den Schläger in die Hand nehmen kann, schwingt mit. "Ich würde mir wünschen, dieses Jahr noch mal am Tisch zu stehen. Aber versprechen kann ich es nicht", meint er nachdenklich. Wenigstens könne er mit seiner Erfahrung und den Tipps für seine Mitspieler so etwas zurückgeben. "Ich finde es auch super, dass die anderen meinen Ausfall so gut aufgefangen haben", freut er sich.

Sportlich sind die Mühlhäuser durch den zweiten Saisonsieg im Soll. Vor allem zu Hause gegen den Tabellenletzten Plüderhausen in zwei Wochen möchten die Postler gerne nachlegen – auch wenn Hielscher wohl wieder nur zusehen kann.

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