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Matiss Burgis spielt ein weiteres Jahr für den Post SV Mühlhausen

24.06.2013 | Von: Thomas Stecher (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren, Matiss Burgis

Tischtennis-Erstligist beschließt mit dem lettischen Nationalspieler die Personalplanungen für die erste Saison im deutschen Oberhaus.

Mühlhausen. Die Gerüchteküche hatte bereits einige Wochen kräftig gebrodelt, für Kenner der Szene war das Fehlen seines Namens auf der Wechsel-Liste des Thüringer Tischtennis-Verbandes (TTTV) am 1. Juni ein Indikator dafür, dass er bleibt. Nun ist es offiziell: Matiss Burgis und Erstliga-Aufsteiger Post Mühlhausen gehen auch in der Saison 2013/14 gemeinsame Wege.

Ursprünglich wurde der lettische Nationalspieler zum letzten Heimspiel der ausgeklungenen Meister-Serie in der 2. Bundesliga Süd verabschiedet. "Es gab ein paar zwischenmenschliche Diskrepanzen. Matiss hatte einige private Sorgen und konnte sich nicht voll auf Tischtennis konzentrieren, deshalb sein Vermögen nicht voll ausschöpfen", beschreibt Post-Abteilungsleiter Thomas Baier den Stand am Anfang diese Jahres.

Nachdem allerdings die Verantwortlichen des designierten Aufsteigers dem 23-jährigen lettischen Nationalspieler im Januar fristgerecht mitgeteilt hatten, dass sein im Juni auslaufender Kontrakt nicht weiter verlängert werden würde, vollzog sich ein nachhaltiger Wandel.

Kampfkraft, mentale Stärke, Teamfähigkeit und Spitzenleistungen – all das bot der Olympia-Starter von 2012 plötzlich wieder an. Er hatte damit wesentlichen Anteil am Gewinn der ersten Zweitliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte des Post SV und an der Titelverteidigung im TT-Intercup. "Matiss hat sich bis zum Saisonende richtig reingekniet, sich in Dienst der Mannschaft gestellt", resümiert Baier die großen Fortschritte des am Tisch extrovertierten Spielers.

In einer ruhigeren Phase zwischen dem Ende der Saison der 2. Bundesliga und dem Intercup-Finale kam es dann zu Gesprächen im "kleinen Kreis".

Unter Vermittlung von Nationalmannschafts-Kollege Sandijs Vasiljevs, er ist für die Post-Reserve in der Regionalliga aktiv, wurde sich letztlich in guten Gesprächen geeinigt. "Uns wurde von Matiss klar zu verstehen gegeben, dass er unbedingt weiter für Mühlhausen spielen will. Wir brauchten eine gezielte Verstärkung, da die neun Konkurrenten der Tischtennis-Bundesliga am Ende der Wechselfrist noch einmal ganz kräftig zugeschlagen hatten", sagt Baier.

Wesentlich war dabei natürlich auch der finanzielle Aspekt: "Wir können uns, auch durch den Umbau unserer vereinseigenen Halle am Kristanplatz bedingt, auf dem Mark momentan keine gigantischen Sprünge erlauben. Das war Matiss ebenso klar wie uns. Daher hat er doch empfindliche finanzielle Einbußen in Kauf genommen, um bei uns bleiben zu können", so Abteilungsleiter Thomas Baier.

Durch diesen letzten Mosaikstein sehen sich die Postler bestmöglich gerüstet, um den harten Kampf um den Klassenerhalt in der Tischtennis-Bundesliga anzugehen. Neben Burgis, der auf Position zwei gemeldet werden wird, stehen somit Neuzugang Lars Hielscher und auch Michal Bardon, Auswahlspieler seiner slowakischen Heimat, nominell im A-Kader für die TTBL.

"Die Startrechte und entsprechende Lizenzen für die Bundesliga haben wir außerdem für Bohumil Vozicky, Petr David, Erik Schreyer, Thomas Theissmann, Olegs Kartuzovs und für Cheftrainer Alexander Schieke beantragt. Alle sechs könnten also zum Einsatz kommen", erläutert Baier die Reihenfolge.

Apropos Lizenz: Auch wenn die offizielle Bestätigung der Erteilung seitens der TTBL immer noch aussteht – vielleicht in dieser expliziten Verfassung auch gar nicht mehr kommen wird –, der Post SV ist Tischtennis-Erstligist. "Einen vorläufigen Spielplan gibt es schon. Nach diesem haben wir die erste Begegnung bei Fulda-Maberzell. Außerdem ist am nächsten Dienstag in Fulda in der Zentrale der TTBL eine Gesellschafterversammlung anberaumt. Dort werden wir dann wohl in den Kreis der zehn besten deutschen Teams aufgenommen", stellt Baier klar.

Positiv sei bisher die Zusammenarbeit mit der TTBL um Geschäftsführer Nico Stehle – aktiv in Thüringen bei Regionalligist Schott Jena – bis dato gelaufen. "Für euch wird es in der kommenden Saison nur Kracher geben", bereitete Stehle den Neuling auf die bevorstehenden Aufgaben vor – mit Augenzwinkern.

Obwohl die Mühlhäuser beim Seitenblick auf die Transferpolitik der neun Konkurrenten eine Mischung aus Staunen und Ehrfurcht überkommt. Natürlich, in den oberen Gefilden werden im nächsten Spieljahr wieder all die üblichen Verdächtigen zu finden sein – Meister Werder Bremen, Borussia Düsseldorf, TTF Ochsenhausen, Saarbrücken.

An diese Phalanx wollten die Postler ohnehin nicht denken – wohl aber an Grenzau, Plüderhausen & Co. Doch allen voran die Plüderhäuser scheinen ganz massiv aufgerüstet zu haben, in einen ungeahnten Geldtopf gefallen zu sein. Noch im Frühjahr überlegte der SVP – mal wieder – ob es sich überhaupt lohnt, eine Mannschaft ins Rennen zu schicken. Mittlerweile ist in Bestbesetzung scheinbar ein Orientieren nach oben möglich.

In Mühlhausen bleiben daher die Ziele bescheiden – selbst mit Matiss Burgis. Bis zum Auftakt des größten, eben aber auch des reizvollsten Abendeuters in der Vereinsgeschichte des Post SV, ist noch sehr viel Arbeit zu erledigen. Nicht nur für die Spieler.

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Kommentare

  • Gerold, 24.06.2013
    Herrlich ...!!! Eine SUPER & RICHTIGE Entscheidung für den Verein...!!!! Ich freu mich !!! ;-)

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