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Pansky sagt Auf Wiedersehen

30.03.2013 | Von: Thomas Rudolph (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren, Jindrich Pansky

Beim 9:4-Erfolg des Post Mühlhausen über Hilpoltstein steht der Tscheche zum letzten Mal an heimischen Tischen. Zusammen mit Vozicky gewinnt er das Doppel und verspricht, im August mit Prager Verein zurückzukommen.

Mühlhausen. Ein letztes Mal streift sich Jindrich Pansky in der heimischen Kristanplatz-Halle das hellblaue Trikot mit der weißen Schrift über. Es ist eine kurze Prozedur – hundertfach hat der 52-Jährige dies in seiner Karriere gemacht – und dennoch eine besondere. Denn das Dress, beschriftet mit seinem Namen und dem Vereinsnamen, wird nur noch einmal zum Einsatz kommen. Am 14. April, beim letzten Auswärtsspiel des Post SV Mühlhausen in Grünwettersbach. In heimischen Gefilden fällt für ihn jedoch mit der Partie gegen den TV Hilpoltstein der berühmte Vorhang. Pansky und Mühlhausen – eine zwölfjährige Partnerschaft wird nach der Saison auseinandergehen.

Ein Mann für emotionale Momente will der Tscheche diesmal aber eigentlich nicht sein. Als ihn Abteilungsleiter Thomas Baier vor der Begrüßung nach vorne bittet, um ihm für sein langjähriges Engagement zu danken, setzt der "kleine Wirbelwind" aus Prag ein Lächeln auf. "Ich werde euch heute noch einmal eine Tischtennis-Show bieten", sagt er und nimmt die Präsente wie auch den frenetischen Applaus entgegen.

Das Versprechen wird bereits im Doppel umgesetzt. An der Seite von Bohumil Vozicky – auf Panskys Anraten hat der Klub ihn vor der Saison verpflichtet – gelingt im Doppel drei ein routiniert herausgespielter 3:1-Erfolg. Auch dank des Erfolges liegen die Mühlhäuser nach den Doppelspielen mit 2:1 in Front und bauen ihn in der Folge immer weiter aus. Beim Stand von 5:2 schreitet der Altmeister schließlich zum Tisch. Sein Gegner Felix Bindhammer könnte wie der Rest der Mühlhäuser Mannschaft vom Alter her sein Sohn sein.

Pansky, trotz seiner kleinen, gut sichtbaren Wölbung in der Bauchgegend, ist fit und holt sich den ersten Durchgang mit 11:9. Dann aber wird sein Gegner stärker und dominiert; auch wenn der Tscheche noch ein paar Zauberschläge rausholt. Als beim Stand von 1:2 auch im vierten Durchgang der Rückstand deutlich wird, bittet er erneut zur Show, die Bindhammer – wohl auch aus Respekt – mitmacht. Panskys Ballonabwehr begeistert die Zuschauer, wenn sie auch die 1:3-Niederlage nicht mehr verhindert. Von Ärger sieht man beim Routinier aber nichts. Pansky gratuliert dem Gegner, setzt sich auf seinen Platz und hilft sofort den Kollegen zwischen deren Sätzen mit Hinweisen.

Post biegt derweil auf die Siegstraße ein; und da Erik Schreyer sein zweites Einzel recht schnell verliert, darf Pansky noch einmal an den Tisch. 11:8 gewinnt er den ersten Satz; dann macht Petr David am Nebentisch den neunten Punkt und bringt den 9:4-Erfolg für die Mühlhäuser nach Hause. Das letzte Heimspiel Panskys für den Post SV – ähnlich wie bei Beethovens neunter Sinfonie bleibt es unvollendet.

Für den 52-Jährigen aber kein Problem. Er feiert mit den Teamkollegen und wird unter der Jubeltraube begraben.

Einige Stunden später ist er mit allen anderen Spielern sowie den Fans noch immer in der Halle. Pansky plaudert locker über heutige und gestrige Zeiten; kramt "alte" Geschichten wie die Aufstiegsspiele gegen Leiselheim im Mai 2007 heraus und findet interessierte Zuhörer. "Mir blutet das Herz, wenn ich mir überlege, dass er uns verlässt. Ich kenne kaum einen anderen Sportler, der so viel erreicht hat und immer auf dem Boden geblieben ist", sagt Baier wehmütig. Der größte Triumph der Mühlhäuser Tischtennisgeschichte, der Aufstieg in die 1. Bundesliga, wird für immer mit Pansky verbunden bleiben.

Weil er mit einer positiven Bilanz (13:7) im hinteren Paarkreuz dazu beitrug; aber auch, weil er den Klub nun verlässt. "Sportlich wäre das für mich zu hoch. Die Jungen rücken nach. Außerdem will ich jetzt in meiner Heimat Prag bleiben", sagt Pansky ohne Reue. Gegen 23 Uhr winkt er zusammen mit Michal Bardon zum letzten Mal in die Runde. "Wir fahren jetzt heim", meint er, herzt alle Leute und macht hinter sich die Tür zu. Ein symbolischer Akt?

"Nein, im August komme ich mit meiner neuen Prager Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel in Mühlhausen vorbei", lächelt er. Nur sein Trikot wird dann ein etwas anderes sein. Vielleicht auch ein hellblaues – aber ohne den Schriftzug "seines" Mühlhäuser Vereins.

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