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Mühlhausen ist nach Punkten nicht mehr abzufangen

15.03.2013 | Von: Thomas Stecher (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Tischtennis-Zweitligist Post Mühlhausen schlägt Mainz mit 9:0 und träumt von Duellen gegen Timo Boll

Mühlhausen. "Packt doch bitte den Taschenrechner weg und feiert endlich. Tischtennis ist nicht Fußball. Ihr seid durch, ganz gleich, was die Theoretiker ins Feld führen", sagte der Bleicheröder Joachim Lasch. Zu diesem Zeitpunkt stand es 8:0 für Tischtennis-Zweitligist Post Mühlhausen gegen den FSV Mainz 05. An eigenen Tischen in der emotional aufgeladenen Halle am Kristanplatz ließ der Tabellenführer in keiner Phase auch nur ansatzweise Zweifel aufkommen, dass die Mühlhäuser die erste Zweitliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte unbedingt unter Dach und Fach bringen wollten. Als Jindrich Pansky, der tschechische Ausnahmekönner absolvierte gegen die Mainzer sein 100. Bundesligaspiel für die Mühlhäuser, gegen den starken Jonas Christmann im fünften Satz den vielumjubelten Matchball verwandelte, schien Joachim Lasch mit seiner positiven Einstellung Recht zu behalten. Weinheim führte im Verfolgerduell beim amtierenden Meister, dem ASV Grünwettersbach, mit 2:0 und auch die theoretischen Zweifel schienen endgültig zu schmelzen. Doch die Wettersbacher erwiesen sich in dieser Gleichung als Spielverderber. Sie drehten den Rückstand nicht nur, sondern gewannen das Duell mit den Weinheimern 9:4. Über die Punkte könnten die Baden-Württemberger die Postler zwar nicht mehr überholen, höchstens egalisieren. Mühlhausen hat noch drei ausstehende Spiele und sechs Punkte Vorsprung. Das Höchste der Gefühle wäre nach Zählern ein Ausgleich, dann würde, ganz ähnlich wie im Fußball, nicht das Tor- aber das Spielverhältnis zählen. In dieser Hinsicht haben die Thüringer ein Plus von 51. "Wir müssten quasi alles 0:9 verlieren, Grünwettersbach alle noch ausstehenden Partien hoch gewinnen. Das ist utopisch", sagte Thomas Baier, Abteilungsleiter der Mühlhäuser, mit siegesheiserer Stimme. Dass nichts mehr anbrennen kann, auch weil Tischtennis berechenbarer ist als fast alle anderen Sportarten, bestätigte auch Benjamin Bator vom klar unterlegenen FSV Mainz: "Wir gratulieren euch zur Meisterschaft. Da kann einfach nichts mehr anbrennen." Bator musste, genau wie der Rest der Mainzer Mannschaft, dem Willen der Gastgeber Tribut zollen. "Schade, dass es so klar war. Aber wir wollten die Feierlaune der Mühlhäuser nicht bremsen", erklärte das Mainzer Talent Jonas Christmann direkt nach Spielende. Und er schloss sich den zahlreichen Gratulationen an, die auf die Spieler und die Verantwortlichen einströmten. "Wir planen jetzt endgültig für die Tischtennis-Bundesliga und freuen uns auf die Partien gegen Borussia Düsseldorf & Co.", lässt sich Baier die Euphorie nicht nehmen. Man darf nun also gespannt sein, was sich in den nächsten Wochen und Monaten in Mühlhausen tut. Klar ist, dass die vereinseigene Halle am Kristanplatz Mitte April saniert, auf Erstliganiveau gebracht wird. Mit Lars Hielscher wurde bereits ein starker Spieler für das Oberhaus verpflichtet. Beides klare Indikatoren dafür, dass im Unstrut-Hainich-Kreis niemand mehr am Gewinn der Meisterschaft und dem Aufstieg zweifelt. Die Fans jedenfalls haben Sehnsucht nach der 1. Bundesliga. "Wir fiebern darauf hin und freuen uns, dass auch ein Timo Boll jetzt endlich mal zu einem ernsthaften Spiel nach Mühlhausen kommen muss. Oder darf", meint auch Post-Vorstand Matthias Stöber. Bisher war der deutsche Überspieler nur zu Schaukämpfen in Thüringen zu bewundern. Die restlich verbliebenen Zweifel, werden wohl am kommenden Samstag, 16. März, bei Grenzaus Reserve ausgeräumt. Der Vorletzte der Tabelle sollte unter allen Umständen besiegt werden, obwohl bereits nach diesem Spieltag ein historischer Spruch zur Geltung kommen darf. Vor vielen Jahren, als die erste Mannschaft der Postler um Idol Heinz Schneider noch in den obersten Klassen der DDR erfolgreich war, rollten die Fans einst auswärts ein Plakat aus, auf dem zu lesen war: "Glaubt nicht an Spuk und böse Geister, Post Mühlhausen wird trotzdem Meister."

Post SV Mühlhausen - 1. FSV Mainz 05 9:0

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