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Fortuna entführt ersten Zähler

18.01.2013 | Von: Thomas Stecher (Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Tischtennis-Zweitligist Post SV Mühlhausen muss sich gegen Passau nach fünfstündigem Kampf mit einem 8:8-Unentschieden begnügen. Gäste verdienen sich den Punktgewinn redlich. Postler Michal Bardon erneut überragend, Matiss Burgis gewinnt nur ein Doppel.

Mühlhausen. Selber gepatzt und dennoch einen Zähler auf Frickenhausens Reserve, den ärgsten Verfolger, gut gemacht. Einzig die Tatsache, dass der Zweite im Klassement 5:9 beim SC Fürstenfeldbrück unterlag, konnte die enttäuschte Seele der Postler zumindest etwas trösten.

"Das Beste an diesem Abend war wirklich die Pleite von Frickenhausen. Sonst war es phasenweise schon ernüchternd", kommentierte Post-Abteilungsleiter Thomas Baier das Zweitligaspiel seiner Mühlhäuser gegen Fortuna Passau. Nach fast fünf Stunden Tischtennis-Dramatik pur hatten sich die Gäste ein 8:8 erkämpft. Und das vollkommen verdient. "Auch wenn es der erste Punktverlust war und er wohl nicht so schwer ins Gewicht fällt, er wurmt mich dennoch", gab Baier zu. Vor dem Spiel war der Optimismus im Lager der Müntzerstädter groß, dass auch gegen die Fortunen die bisher strahlend weiße Weste unbefleckt bleibt. Doch die Passauer schafften es letztlich, dem Staffelprimus den ersten Zähler zu stibitzen.

Ursächlich dafür waren mehrere Faktoren. Post-Spitzenspieler Matiss Burgis hatte einen rabenschwarzen Tag, bei ihm wollte nach dem Anfangsdoppel einfach nichts zusammenlaufen.

Auch Bohumil Vozicky steuerte keinen Einzelzähler bei. Der sonst so zuverlässige Tscheche hatte am Vortag noch leichtes Fieber gehabt – eine erhebliche Schwächung für sein laufintensives, kraftaufwendiges Spiel.

Außerdem fehlte den Hausherren am Kristanplatz die bisher immer vorhandene Lockerheit. Selbst nach dem glänzenden Start, schließlich führte man 3:0, wollte keine richtiger Lauf entstehen. So musste die Sechs von Trainer Alexander Schieke jeden Punkt erkämpfen. Einen Kampf, den Passau annahm.

Überhaupt hinterließ der TTC einen frischen, selbstbewussten Eindruck. Deutlich war zu erkennen, dass sie sich für diese Rückrunde viel vorgenommen haben und beim 9:2-Jahresauftakterfolg über Hilpoltstein eine ganze Menge Selbstbewusstsein getankt hatten.

Nur so lässt sich erklären, warum sich Passau auch nicht von einem Kaltstart aus der Ruhe bringen ließ. Die drei Post-Paar-ungen Burgis/David, Bardon/Schreyer und Pansky/Vozicky hatten die Gastgeber 3:0 in Führung gebracht und es schien, als könnten sich die etwa 160 Fans auf einen hohen Sieg einstellen.

Dass das nicht der Fall sein würde, spürte zunächst Matiss Burgis. Der Tscheche Frantisek Krcil brachte ihn mit seiner aggressiven Rückhand schier zur Verzweiflung und seinen Farben die Hoffnung auf Besserung.

Hätte Michal Bardon mit Tomas Sadilek, die Nummer zwei der Bilanzliste, nicht seinen bisherigen Angstgegner besiegt, wären die Postler vielleicht sogar auf die Verliererstraße geraten. Denn weder Petr David noch Bohumil Vozicky, im mittleren Paarkreuz sonst Mühlhausens Antwort auf jedwedes Aufbegehren der Konkurrenz, konnten Zählbares einfahren.

Als sich dann auch noch Altmeister Jindrich Pansky dem gut aufgelegten Matthias Bomsdorf beugen musste, hatten die Gäste aufgeschlossen. Nur Erik Schreyers Energieleistung gegen Tomas Pristal verhinderte einen Rückstand zur Pause, Sicherheit gab das aber nur bedingt.

Die Sorgenkinder aus Durchgang eins blieben auch die im zweiten. Burgis wirkte gegen Sadilek fahrig und wenig bei der Sache, obwohl es der Lette immerhin in den fünften Satz schaffte. Hier ließ sich der tempoharte Tscheche jedoch nicht beirren und sorgte bei Matiss Burgis endgültig für Krisenstimmung.

Anders Michal Bardon. Nervenstark holte er sich gegen Krcil die ersten beiden Sätze in der Verlängerung und hatte letztlich keine Mühe mehr. Vozicky steckte gegen Landsmann Pytlik zwar nie auf, egalisierte ein 0:2, doch im fünften Durchgang war sein Akku leer. Zum Glück steigerte sich Petr David und fing Habesohn in starker Manier ab, denn Erik Schreyer hatte gegen Bomsdorf das Nachsehen.

In dieser Situation drohte der Post-Express zu entgleisen. Jindrich Pansky geriet gegen Pristal in Rückstand – es sah lange nicht so aus, als würden die Postler mit einer 8:7-Führung in das längst fällige Entscheidungsdoppel gehen. Doch Pansky wäre nicht Pansky, wenn er sich nicht zu steigern wüsste. In tollen Ballwechseln fügte der einstige Weltklassespieler seinem Status als Tischtennis-Heroe erster Güteklasse einen weiteren Beleg hinzu.

Nach dem Fünfsatzsieg war das Feuer wieder plötzlich wieder da. Diesen Schwung nutzte das Duo Burgis/David im ersten Satz des finalen Doppels gegen Pytlik/Sadilek aus. Nach einem 11:1 schien am elften Saisonsieg kein Zweifel zu bestehen. Doch Burgis verlor nach einigen überhasteten, viel zu risikoreichen Aktionen endgültig seinen Rhythmus. Die Passauer nutzten diese Schwäche clever aus und verdienten sich ein 3:2 und das daraus resultierende 8:8. Während der Gast jubelte, war die Laune bei Post gedämpft – trotz der Tabellensituation.

Post SV Mühlhausen - TTC Fortuna Passau 8:8

Die aktuelle Tabelle

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