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Postler im Pech

07.09.2012 | Von: Thomas Stecher (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: Turniere, 1. Mannschaft Herren

Tischtennis-Zweitligist Post SV Mühlhausen verpasst Einzug in die Hauptrunde um den deutschen Pokal. In eigener Halle verlieren die Müntzerstädter nach dem Sieg über Saarbrücken im Finale gegen Passau.

Mühlhausen. Den Start in die Saison hatten sich die Spieler von Tischtennis-Zweitligist Post SV Mühlhausen etwas anders vorgestellt. Pünktlich zur Stadtkirmes wollten die Thüringer als Gastgeber einer der Vorrunden um die deutsche Pokalmeisterschaft ein erstes Ausrufezeichen setzen und sich zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ins Hauptfeld spielen. Doch ein erstklassig eingestelltes Trio vom TTC Fortuna Passau machte den Postlern einen gehörigen Strich durch die Rechnung. 2:3 mussten sich die Hausherren letztlich geschlagen geben und haderten nicht allein mit der Stärke der Bayern. Dabei hatte der lange Spieltag zunächst optimal begonnen. Im einzigen Vorspiel des Tages hatte sich der FSV Mainz 05 im Duell der beiden Zweitliga-Neulinge gegen den SC Fürstenfeldbruck überraschend deutlich mit 3:0 durchgesetzt. Die Postler, die auf Spitzenspieler Matiss Burgis verzichten mussten, hatten genügend Zeit sich mental auf das Halbfinale gegen die Reserve des FC Saarbrücken einzustellen und schienen von Beginn an hochmotiviert. Neuzugang Michal Bardon schaute sich gegen den etwas unorthodox agierenden Abwehrspieler Andreas Cipu die ersten Bälle in aller Ruhe an, zeigte den Zuschauern dann seine beeindruckende Offensivstärke und brachte den Post SV 1:0 in Front (3:0).

Deutlich mehr Widerstand hatte im zweiten Einzel Bohumil Vozicky zu brechen. Der kampfstarke, sehr agile und sichere Philipp Mostowys forderte dem Tschechen alles ab und der zweite neue Spieler im Post-Trikot siegte nur aufgrund seiner größeren Routine mit 19:17 im fünften Satz. Petr David besiegte im Anschluss den ebenfalls nicht zu unterschätzenden Pascal Naumann in drei Sätzen und sicherte seinen Farben das Finale. Dort sollte mit Fortuna Passau ein alter Bekannter warten. Die Süddeutschen hatten sich im parallel verlaufenden zweiten Semifinale mit 3:1 gegen Mainz durchgesetzt – bereits hier war auffällig, dass die Fortunen in ihrer Saisonvorbereitung intensiv gearbeitet hatten. Frantisek Krcil, der sich im ersten Einzel Petr David stellte, hatte im Sommer viel für die Fitness getan und stellte seine wiedergefundene Spritzigkeit auch sofort unter Beweis. Ganz gleich, was der keineswegs als langsam zu bezeichnende Postler auf den Tisch brachte, sein tschechischer Landsmann hatte bis zum Ende des fünften Durchgangs stets die bessere Antwort (2:3). Kam diese Niederlage vielleicht nicht unbedingt überraschend, das 2:3 von Michal Bardon gegen Tomas Sadilek hatten die Postler wohl nicht auf dem Zettel. Der hochgewachsene Slowake fand gegen das variable Spiel des Tschechen kaum ein geeignetes Mittel. "0:2 gegen eine derart kompakte und starke Mannschaft in Rückstand zu geraten, ist fast eine Vorentscheidung. Doch wir haben in dieser Situation wirklich Charakter bewiesen", sagte Post-Trainer Alexander Schieke. Und mit etwas mehr Glück hätten die Mühlhäuser das Spiel sogar noch gedreht.

Bohumil Vozicky spielte gegen Tomas Pristal in den ersten beiden Sätzen fehlerfrei und im Expresstempo (11:3, 11:4), ließ sich aber beinah noch abfangen. Unter großem Applaus von den Rängen holte er nach dem Satzausgleich doch noch den ersten Punkt für die Mühlhäuser – der Bann schien gebrochen. Michal Bardon ließ Krcil nicht den Hauch einer Chance und Petr David schien gegen Sadilek schnell auf die Siegerstraße einzubiegen. Der Linkshänder führte 2:0 in den Sätzen, wirkte selbstbewusst und souverän. Doch der erfahrene Sadilek gab nicht auf und "klaute" sich den dritten Durchgang, bevor der im vierten Satz das Glück im Überfluss gepachtete hatte. Etliche Netz- und Kantenbälle brachten David zur Verzweiflung. Als dann auch Pech in den eigenen Schlägen hinzukam, flatterte das Nervenkostüm und der Schläger flog. Der Schiedsrichter gab ihm die Gelb-Rote Karte und sprach Sadilek einen zusätzlichen Punkt zum 9:7 zu. Eine Entscheidung, die auf den Rängen für lautstarke Proteste und Unverständnis sorgte, die mit etwas mehr Fingerspitzengefühl des Referees wohl auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre, auch wenn das Reglement diese Bestrafung vorsieht. Der Satz war für David verloren, die Unruhe blieb bis in die letzten Ballwechsel. In der Verlängerung des fünften Satzes hatte ein sichtlich angefressener David das Nachsehen, Passau durfte sich als glücklicher Sieger fühlen.

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