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Post-Trainer Schreyer: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“

12.10.2017 | Von: Thomas Rudolph (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren, Erik Schreyer

Der jüngste Coach der Tischtennis-Bundesliga trifft mit Post Mühlhausen am Sonntag auf Boll-Klub Düsseldorf

Mühlhausen. Erik Schreyer schwimmt mit dem Post SV Mühlhausen auf einer Erfolgswelle. Drei Siege aus den ersten drei Spielen bedeuten Platz zwei in der Tischtennis-Bundesliga. Vor dem Spitzenspiel beim Ersten Düsseldorf am Sonntag (15 Uhr) sprach unsere Zeitung mit dem 29-Jährigen über den Saisonstart, seine Trainerkarriere und eine besondere Reise.

Als Sie mit ihrem Team nach dem 1. Spieltag auf Platz 1 standen, haben Sie sich die Tabelle über das Bett gehängt. Befindet sie sich immer noch dort?

Habe ich das echt gesagt? Dann müsste ich ja das Poster von Pamela Anderson abhängen (lacht). Nein im Ernst: Ich schaue immer gerne auf die Tabelle. Das motiviert und bedeutet, dass wir nicht so viel falsch gemacht haben – ich als Trainer, aber auch der gesamte Verein. Man ist auf Augenhöhe mit den Spitzenmannschaften, hat aber keinen Druck. Teams wie Düsseldorf, Saarbrücken oder Fulda haben Druck, weil sie in die Playoffs wollen. Wir haben nur Druck gegen Aufsteiger Königshofen. Das ist ein Pflichtsieg, wobei ich dieses Wort gar nicht gerne in den Mund nehme. Die dürfen wir nicht unterschätzen.

Nach drei Spielen ist der Post SV immer noch ungeschlagen und Tabellenzweiter. Wie ordnen Sie den Saisonstart ein?

Der ist phänomenal. Wir haben in den drei Spieltagen alles erlebt, was die Bundesliga zu bieten hat. Grenzau war von der Papierform her auf Augenhöhe und im ersten Heimspiel endlich einmal ein machbarer Gegner. Diese Aufgabe haben wir mit Bravour bestanden. Wie wir in Bergneustadt Matchbälle abgewehrt und das Spiel noch gedreht haben, zeugt von einem starken Charakter der Mannschaft. Und das glatte 3:0 über Ochsenhausen – da fehlen mir immer noch in positiver Art die Worte. Aus meiner Sicht ist das die einzige Mannschaft neben Saarbrücken, die Düsseldorf in der Meisterschaft gefährlich werden kann.

Am Sonntag gastieren Sie beim Rekordchampion und Ersten Borussia Düsseldorf. Ein echtes Spitzenspiel oder nur der Papierform nach?

Nur der Papierform nach. Zwar sind unsere Spieler top drauf und stehen in der Liga alle positiv. Aber ich bin überzeugt, dass Düsseldorf diesmal mit Timo Boll gegen uns spielt. Wenn Timo spielt, sind sie haushoher Favorit.

Sie weilen unter der Woche in Düsseldorf im Rahmen ihrer Trainer-A-Lizenz. Kann man da beim Gegner spionieren?

Das mache ich sehr gerne. Beim Praktikum mit der U23-Nationalmannschaft habe ich Spieler aus anderen Bundesligavereinen gut beobachten und analysieren können. Und mit Düsseldorf gab es ein gemeinsames Trainingslager, da habe ich immer rüberkiebitzt und die ein oder andere Notiz gemacht. Wir gehen top vorbereitet in die Spiele und verfügen über große Harmonie im Team. Das ist eine große Stärke. Vielleicht machen wir ja auch gegen Düsseldorf einen Überraschungspunkt.

Trainerlizenz, Betreuer bei Landessportprojekten, Spieler in der 3. Bundesliga, Trainer bei der Ersten – wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Die A-Lizenz schluckt extrem viel Zeit. Vieles arbeite ich daheim online ab, dazu kommen die Praktika. Geschenkt bekommt man nichts. Aber man lernt auch sehr viel. Die ganzen Ideen und Informationen habe ich wie ein Schwamm aufgesaugt. Dazu kommen die wertvollen Tipps von unserem früheren Spieler Lars Hielscher und Ex-Trainer Alexander Schieke. Ich habe mich als Trainer weiterentwickelt, mehr Erfahrung bekommen, bin abgeklärter. Die 1. Bundesliga nehme ich extrem ernst. Sie ist ein deutlicher Mehraufwand. Aber wer kann schon sagen, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht hat? Ich wusste von vornherein, dass dieses Jahr ein Knüppeljahr wird. Aber den Spaß werde ich nie verlieren. Ich habe immer davon geträumt, Trainer zu werden. Wer hätte gedacht, dass es Realität wird?

Sehen Sie sich als jüngster Trainer der Liga besonders im Fokus?

Mich hat gewundert, dass die Medien vor der Saison relativ wenig geschrieben haben. Doch jetzt steht das Telefon kaum noch still. Es ist schön, dass Mühlhausen so im Rampenlicht steht und Gesprächsthema ist. Ich genieße das.

Im November bestreiten Sie das Punktspiel gegen Grünwettersbach in Washington in den USA. Was erhoffen Sie und der Verein sich von diesem Ausflug?

Der Verein war Feuer und Flamme, als dieses Angebot reinflatterte. Mühlhausen ist so in den Medien, auch für Sponsoren ist es interessant. Es ist ein ganz normales Ligaspiel, aber wird für uns dennoch ein wichtiges Spiel. Man darf nicht vergessen, dass es als unser Heimspiel angesetzt ist. Doch wir spielen dort an anderen Tischen und mit anderen Bällen, da muss ich das Team gut vorbereiten. Aber ich bin auch gespannt, wie die Amerikaner dieses Event vermarkten. Für sie spielt die Show drum herum eine große Rolle.

Ihr Reisepass ist noch gültig?

Um ehrlich zu sein, war meiner 15 Jahre abgelaufen und ich musste erst einmal einen neuen beantragen. Als ich meiner Mutter gesagt habe, dass es bald nach Washington geht, war sie zunächst ganz baff. So ging es aber jedem, dem ich das erzählt habe. Doch nun ist die Vorfreude riesig.

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