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Fünfter Saisonerfolg lässt Post SV zurück auf Platz sechs klettern

17.02.2017 | Von: Thomas Stecher (Quelle: Thüringer Allgemeine)
Kategorie: 1. Mannschaft Herren

Am 13. Spieltag der Tischtennis-Bundesliga führt Ovidiu Ionescu seine Mühlhäuser zu einem 3:2 über den TTC Grenzau

Mühlhausen. Das bisherige Sorgenkind avanciert zum Helden: Lange hat die Durststrecke des Ovidiu Ionescu angehalten, doch letztendlich konnte der Rumäne im Trikot des Post SV Mühlhausen diese selber beenden. Am 13. Spieltag in der Tischtennis-Bundesliga fuhr die Nummer 67 der Februar-Weltrangliste gegen den TTC Grenzau zwei Einzelpunkte ein. Er bescherte seinem Team gegen den Letzten in der Tabelle damit beim 3:2 einen erhofften Heimsieg und die Rückkehr auf den sechsten Rang.

„Bisher war das keine leichte Saison für Ovidiu. Das hat ganz verschiedene Gründe. Natürlich sind die Ansprüche nach seiner 16:11-Einzelbilanz in der vorangegangenen Serie gestiegen. Dann war der komplette Fahrplan des letzten Sommers auf die Olympischen Spiele getrimmt. Es gab keine Pausen. Zudem ist Ovidiu ein Perfektionist, will immer auf dem absoluten Top-Niveau agieren und überpowert deshalb ab und an“, sagte Mühlhausens Co-Trainer Erik Schreyer.

Schreyer vertritt Schieke würdig

Dieser hatte am Sonntag für den erkrankten Chef-Coach Alexander Schieke übernommen und sah gleich zu Beginn des Duells mit den oft zu unrecht arg unterschätzten Westerwäldern einen Post SV im Express-Tempo. Der Österreicher Daniel Habesohn nahm die taktische Pflichtaufgabe gegen den einstigen deutschen Jugend-Nationalspieler Qiu Liang mit der gebotenen Routine und ließ dem mental mehr gegen sich selbst ankämpfenden Grenzauer beim 3:0 in Sätzen nicht den Ansatz einer Chance.

Sichere 2:0-Führung gerät noch ins Wanken

„Mein 1:0 war bei dieser Konstellation in der Aufstellung natürlich Pflicht. Was dann Ovidiu gezeigt hat, das war schon mehr als die Kür“, sagte Habesohn. Ionescu stellte sich Kou Lei, dem ukrainischen Spitzenmann der Gäste, der erst vor Wochenfrist beim „Europe-Top-16“ der Herren in Antibes in Frankreich sensationell im Halbfinale gestanden hatte. Während die aktuelle 35 der Welt über weite Strecken mit dem Aufschlag haderte, zeigte Ionescu das, was man bei ihm so schmerzlich vermisst hatte: die Kaltschnäuzigkeit.

In fast jeder kritischen Situation hielt der Mühlhäuser seine Nerven fest im Zaum und gab die richtigen Antworten auf die Offensivaktionen seines favorisierten Kontrahenten. Als beim 10:8 in Durchgang vier der Ball zum Matchgewinn auf der Seite des Ukrainers ins Netz fiel, schienen Zentnerlasten von den schmalen Schultern des Postlers zu fallen. Gemeinsam mit den euphorischen Fans ging es beim Zwischenstand von 2:0 aus der Sicht der Hausherren am Kristanplatz in die kurze Pause. „Viele dachten da schon, dass sie vor 17 Uhr daheim sind. Doch die Spieler wussten genau, dass sich Grenzau noch nicht aufgegeben hat“, verriet Thomas Baier.

Und der Post-Präsident sollte Recht behalten. Bohumil Vozicky, für den angeschlagenen Kapitän Lars Hielscher ins Team gerückt, zeigte gegen den jungen Japaner Kohei Sambe zwar ein gutes Spiel, egalisierte sogar ein 0:2, in der Endabrechnung ging dieser Punkt allerdings nicht unverdient an den TTC.

„Bohumil war in diesem Duell nicht favorisiert. Ich denke, mit solchen Einschätzungen verkennen viele, wie gut Sambe ist. Dessen negative Bilanz ist für mich nicht besonders aussagekräftig. Jedenfalls war das ein tolles Gefecht“, resümierte Baier.

Der 1:2-Anschluss reaktivierte bei den Westerwäldern wohl schlummernde Kräfte – wenigstens bei Kou Lei, der gegen Daniel Habsohn wie entfesselt auftrumpfte und der oft staunenden Nummer eins der Thüringer eindeutig das Nachsehen gab (0:3).

Die Begegnung schien nun zu kippen, doch Ionescu hatte eben einen Sahnetag. Unbeeindruckt von der sich von Ball zu Ball zuspitzenden Anspannung ließ der Rumäne dem Grenzauer Qiu Liang keine wirklichen Möglichkeiten und brachte mit dem 3:0-Erfolg das 3:2 für seine Farben unter Dach und Fach.

Woher diese Leistungsexplosion bei Ionescu kam? Post-Präsident Baier hatte eine Erklärung in petto: „Unser Vereinskamerad Bernd Schmidt hat am Freitag ein Schlachtfest ausgerichtet. Obwohl Ovi sonst penibel auf seine Ernährung achtete, hat er ausnahmsweise tüchtig zugeschlagen. Dieses gute Essen hat ihm vielleicht die nötige Energie gegeben.“ Ob nun vor dem letzten Heimspiel der Saison am 26. März gegen Borussia Düsseldorf beim Post SV erneut geschlachtet wird, wollte Baier weder bestätigen noch dementieren.

Post SV Mühlhausen - TTC Zugbrücke Grenzau 3:2

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